Weinbau in Mörbisch

Seit den 80er-Jahren kommt es im allgemeinen Trend der Weinwirtschaft auch in Mörbisch zu einem tiefgreifenden Struktur- und Generationenwandel. Vor allem jene Weinbauern, die ihren Wein selbst in Flaschen vermarkten und auch im Tourismus engagiert sind, haben in den letzten Jahrzehnten trotz der schwierigen Lage aber einen deutlichen Aufschwung erlebt und sehr viel in die Modernisierung der Weingärten und ihrer Betriebsausstattung investiert. Trotz tiefgreifender Veränderungen ist der Weinbau in Mörbisch bis heute ein wichtiger und erfolgreicher Wirtschaftszweig geblieben.

Eine besondere Rolle spielt der Wein neben See, Seefestspielen und Landschaft natürlich im Tourismus und veranlasst jährlich Tausende Besucher, nach Mörbisch zu kommen. Viele nationale und internationale Auszeichnungen der Winzer haben für einen Ruf des Mörbischer Weines gesorgt, der weit über die nationalen Grenzen reicht.

Obwohl die erste urkundliche Erwähnung von Weingärten in Mörbisch erst im Jahre 1331 erfolgt, darf angenommen werden, dass seit weit längerer Zeit Weinreben an den Osthängen rund um Mörbisch kultiviert werden.​

In der wechselvollen Geschichte der Region erlebte der Weinbau ein ständiges Auf und Ab. Jahrhunderte lang sorgten die Weinhandelshäuser von Ödenburg (Sopron) für den Vertrieb der Mörbischer Weine, ehe 1921 dieser Markt verloren ging und neue Absatzwege gefunden werden mussten. Während Ackerbau und Viehzucht weitgehend der Selbstversorgung dienten, war die Weinproduktion für die Mörbischer meist die einzige Geldeinnahmequelle.

 

Erst die 1950er und 60er-Jahre brachten eine weitgehende Spezialisierung der Landwirtschaft zum Weinbau. Anfangs erfolgte der Verkauf noch zum Grossteil im Fass an Handel und Gastronomie, doch schon bald begannen die ersten Weinbauern mit der Flaschenweinvermarktung. Die große Nachfrage nach Wein und die Entwicklung des Tourismus brachte den Betrieben einen enormen Aufschwung, der zu einer Ausweitung der Weingartenfläche führte.

 

Klima

Prägenden Einfluss auf das Wachstum der Reben in Mörbisch hat vor allem das Klima des pannonischen Raumes. Heiße, trockene Sommer (in der Region werden die meisten Sonnentage Österreichs gezählt) und kalte, niederschlagsreiche Winter sorgen für ein besonderes Weinklima. Zudem schafft der Neusiedlersee ein für den Weinbau hervorragendes Mikroklima: er speichert die Sonnenwärme bei Tag und gibt diese Wärme in der Nacht wieder ab. Die Reben weisen daher bereits sehr früh einen Vegetationsvorsprung im Vergleich zu anderen Weinbaugebieten auf. Ein sanfter Wind aus der ungarischen Tiefebene sorgt für einen angenehmen Lebensraum für Weinrebe und Mensch.

 

 

Boden

Die Weingärten erstrecken sich vom Schilfgürtel des Neusiedlersees über mehrere Hangstufen bis zu einem Hochplateau im Ruster Hügelland.

Die Flächenstruktur der Weingärten lässt den ehemaligen ungarischen Einfluss auf das Gebiet erkennen: Durch das alte ungarische Erbrecht wurden Weingärten jeweils zu gleichen Teilen an die Nachkommen vererbt. Die Mörbischer Weinbauern sind deshalb durchwegs Besitzer kleinerer Parzellen, wenn nicht durch Zukauf oder Tausch größere Besitzungen entstanden sind.

 

Die Böden des Gebietes bieten eine unglaubliche Vielfalt:

von verwitterten Urgesteinsböden, sandigen Böden mit Glimmerschiefer bis zu Lehm- und Humusböden erstrecken sich die Bodenstrukturen und bieten so für jede Sorte die optimalen Wachstumsbedingungen.

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